Wöchentlicher Makro-Kommentar · 5. Okt. 2026
EllTec Analysis
Makro-Dashboard
Die makroökonomischen Treiber hinter jeder EllTec-Analyse auf einen Blick: Zinsen, Zinskurve, Inflation, Arbeitsmarkt, US-Dollar und Öl. Mehrmals täglich automatisch aktualisiert.
Zinsen
US-Leitzins (Obergrenze)
4,00 %
Stand 6. Okt. 2026 · 1 Monat: +0,25 Pp. · 1 Jahr: −0,25 Pp.
Der Leitzins der US-Notenbank. Höhere Zinsen verknappen die Liquidität, was eher Wachstumsaktien und Krypto belastet.
EZB-Einlagensatz
2,50 %
Stand 6. Okt. 2026 · 1 Monat: +0,25 Pp. · 1 Jahr: +0,5 Pp.
Der Zins, den Banken für Einlagen bei der EZB erhalten, der faktisch maßgebliche Leitzins im Euroraum.
Rendite 10-jährige US-Staatsanleihe
5,28 %
Stand 2. Okt. 2026 · 1 Monat: +0,49 Pp. · 1 Jahr: +1,18 Pp.
Der weltweite Maßstab für langfristige Zinsen und der Abzinsungssatz für Aktienbewertungen.
Rendite 2-jährige US-Staatsanleihe
4,83 %
Stand 2. Okt. 2026 · 1 Monat: +0,44 Pp. · 1 Jahr: +1,28 Pp.
Folgt eng den Erwartungen an die nächsten Zinsschritte der Fed.
Zinskurve (10 J. minus 2 J.)
+0,47 Pp.
Stand 5. Okt. 2026 · 1 Monat: +0,06 Pp. · 1 Jahr: −0,08 Pp.
Unter null (invers) ging historisch oft Rezessionen voraus; eine erneute Versteilung kommt häufig, wenn der Zyklus dreht.
Inflation
US-Inflation (VPI, Vorjahr)
3,40 %
Stand August 2026 · 1 Monat: +0,1 Pp. · 1 Jahr: +0,5 Pp.
Verbraucherpreis-Inflation; die Fed strebt 2 % an.
US-Kerninflation (ohne Energie und Lebensmittel)
2,40 %
Stand August 2026 · 1 Monat: −0,1 Pp. · 1 Jahr: −0,7 Pp.
Ohne schwankende Energie- und Lebensmittelpreise, zeigt den zugrunde liegenden Trend.
Inflation Euroraum (HVPI, Vorjahr)
3,20 %
Stand August 2026 · 1 Monat: +0,3 Pp. · 1 Jahr: +1,2 Pp.
Harmonisierte Verbraucherpreis-Inflation im Euroraum; die EZB strebt 2 % an.
Konjunktur
US-Arbeitslosenquote
4,20 %
Stand September 2026 · 1 Monat: +0,1 Pp. · 1 Jahr: −0,2 Pp.
Eine steigende Quote zeigt eine abkühlende Wirtschaft und führt oft zu früheren Zinssenkungen.
Dollar und Energie
US-Dollar-Index (breit, Fed)
121,4
Stand 2. Okt. 2026 · 1 Monat: +2,4 % · 1 Jahr: +0,8 %
Ein stärkerer Dollar verschärft die weltweiten Finanzierungsbedingungen und belastet oft Schwellenländer und Rohstoffe.
Brent-Rohöl (USD je Barrel)
113,96 USD
Stand 29. Sept. 2026 · 1 Monat: +27 % · 1 Jahr: +65,2 %
Energiepreise wirken direkt auf die Inflation und auf die Ethanol-Rechnung beim Zucker.
Quelle: FRED, Federal Reserve Bank of St. Louis (Daten von Federal Reserve, US-Finanzministerium, BLS, EZB, Eurostat und EIA). Inflationsraten werden aus den Preisindizes als Veränderung zum Vorjahr berechnet. Zuletzt aktualisiert: 6. Okt. 2026. Nur zur Information, keine Anlageberatung.
Die Weltmärkte starten in einem deutlich strafferen geldpolitischen Umfeld in den Oktober 2026. Mehrere Notenbanken erhöhen wieder die Zinsen, weil die Energiepreise infolge des Nahost-Konflikts die Inflation über das Ziel getrieben haben. Die Unternehmensgewinne sind gleichzeitig außergewöhnlich stark.
Zinsen: Der Erhöhungszyklus ist zurück
Die US-Notenbank hat ihren Leitzins am 16. September um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 % bis 4,00 % angehoben, die erste Erhöhung seit 2023. Die EZB hat die Zinsen in diesem Jahr zum zweiten Mal erhöht (Einlagensatz 2,50 %, Hauptrefinanzierungssatz 2,65 %), und auch die Notenbanken Australiens (4,60 %) und Südafrikas (7,25 %) haben im September erhöht. Die langfristigen Renditen sind kräftig gestiegen: Die 10-jährige US-Staatsanleihe rentierte am 2. Oktober mit 5,28 %, so hoch wie seit 2007 nicht mehr und mehr als 1,1 Prozentpunkte über dem Vorjahr. Die Zinskurve (10 Jahre minus 2 Jahre) bleibt mit +0,47 Prozentpunkten positiv.
Inflation: ein Energieschock, keine breite Preisspirale
Die Verbraucherpreise stiegen im August in den USA um 3,4 % und im Euroraum um 3,2 % gegenüber dem Vorjahr. Treiber ist die Energie: Brent-Öl kostete Ende September rund 114 US-Dollar je Barrel, etwa 27 % mehr als einen Monat zuvor und rund 65 % mehr als vor einem Jahr. Die Kerninflation ist deutlich ruhiger: Ohne Energie und Lebensmittel sank die US-Inflation auf 2,4 %, und auch im Euroraum liegt die Kernrate bei 2,4 %. Deshalb erhöhen die Notenbanken vorsichtig und nicht aggressiv.
Konjunktur und Gewinne
Der US-Arbeitsmarkt kühlt nur langsam ab (Arbeitslosenquote 4,2 % im September). Europa wuchs im zweiten Quartal um 0,6 %, China verlangsamte sich auf 4,3 % zum Vorjahr und liegt damit unter dem eigenen Ziel, und Südafrikas Wirtschaft schrumpfte leicht. Die US-Unternehmen bleiben stark: Laut FactSet sollen die Gewinne der S&P-500-Firmen im dritten Quartal um rund 29,5 % steigen. Weil die Gewinne schneller wachsen als die Kurse, ist das erwartete KGV auf 19,0 gesunken, nahe dem 10-Jahres-Durchschnitt.
Was das für unsere Anlageklassen bedeutet
Worauf es jetzt ankommt
Die Berichtssaison zum dritten Quartal in den kommenden Wochen, die nächsten Inflationsdaten (vor allem, ob die Energiepreise nachgeben) und die Frage, ob sich die langfristigen Renditen stabilisieren oder weiter steigen. Ein nachhaltiger weiterer Anstieg der 10-jährigen Rendite wäre das größte Risiko für die Aktienbewertungen.
Daten: FRED (Federal Reserve Bank of St. Louis), Federal Reserve, EZB, FactSet Earnings Insight, Mitteilungen der Notenbanken. Nur zur Information, keine Anlageberatung.